Erkin Koray

May 10, 2008

Erkin Koray, Pionier der türkischen RockmusikErkin Koray wurde am 24. Juni 1941 in Istanbul geboren. Seine Mutter Vecihe Koray unterrichtete am İstanbul Staatskonservatorium (İstanbul Belediye Konservatuarı) klassische westliche Musik am Piano. Hierdurch hatte die Musik einen frühen Einfluss auf Erkin Koray und er bekam im Alter von fünf Jahren Klavierunterricht von seiner Mutter. Während seiner Zeit auf dem Deutschen Gymnasium Istanbul lernte er die Rockmusik kennen. Da er gleichzeitig das Konservatorium besuchte, verbesserte er sein Klavierspiel.

Am 29. Dezember 1957 gab er im Alter von 16 Jahren am Galatasaray Gymnasium sein erstes Konzert am Klavier. Dies war auch der Beginn seiner Musikkariere. Erkin Koray äußerte sich zu seiner Karriere in dem Film Crossing The Bridge – The Sound of Istanbul (von Fatih Akın). Ihm seien im Laufe seiner Karriere immer wieder Hindernisse in den Weg gelegt worden, weil das von ihm bevorzugte Genre der Rockmusik, der Rock’n Roll, in der damaligen Türkei kaum populär war.

Zu Beginn der 60er Jahre hatte Erkin Koray mit seiner Band “Erkin Koray ve Ritmcileri” verschiedene Auftritte und veröffentlichte 1962 seine erste Single mit dem Namen “Bir Eylül Akşamı”. Nach seinem Wehrdienst wurde er von Istanbul Plak unter Vertrag genommen und hatte seinen Durchbruch 1967 mit dem Album “Kızları da Alın Askere“.

Anfang der 70er Jahre ging er nach Hamburg, in das “Star Club”, wo auch die Beatles vor ihrem Durchbruch aufgetreten sind und lernte die westliche Musikkultur kennen. Dort lernte er auch die deutsche Rockband “Hiccups” kennen, trat zusammen mit der Gruppe auf. Kurze Zeit später kehrte er mit dem Bassisten von Hiccups (Bernhard Weber) in die Türkei zurück. Somit begann in der Türkei die Hard-Rock-Ära.

Erkin Koray gilt heute nicht nur als ein bedeutender Rockmusiker, sondern auch als Wegbereiter einer neuen Musikkultur und eines neuen Musikverständnisses in der Türkei.

Diskografie

1974 - Elektronik Türküler
1977 - Erkin Koray Tutkusu
1982 - Benden Sana - Kotaş
1983 - İllâ ki
1985 - Ceylan
1986 - Gaddar
1986 - Aşkımız Bitecek
1987 - Çukulatam Benim
1989 - Hay Yam Yam
1990 - Tamam Artık
1990 - İşte Barış İşte Erkin
1991 - Tek Başına Konser
1991 - Dünden Esintiler 2
1991 - Dünden Esintiler 3
1991 - Dünden Esintiler 4
1991 - Dünden Esintiler 5
1991 - The Best Of Erkin Koray
1993 - Erkin Koray
1993 - Erkin Koray Vol.1
1993 - Erkin Koray Vol.2
1995 - Electric Turk
1996 - Gün Ola Harman Ola
1999 - Devlerin Nefesi
1999 - Erkin Koray - DOLP Shadoks Music

Ein in Deutschland veröffentlichtes Album

1975
1. Karlı Dağlar
2. Sır
3. Hele Yar
4. Korkulu Rüya
5. Yalnızlar Rıhtımı
6. Komşu Kızı
7. Sevince
8. Cemalim
9. İnat
10. Fesuphanallah
11. Estarabim

1977 - Neden Böyle (Erstauflage)
1983 - Neden Böyle

1. Neden Böyle (Aşk Oyunu)
2. Silinmeyen Hatıralar
3. Sana Bir Şeyler Olmuş
4. Aşka İnanmıyorum
5. İlahi Morluk
6. Senden Ayrı
7. Züleyha
8. Hop Hop Gelsin
9. Aşkımız Bitecek
10. Mesafeler
11. Yağmur
12. İstemem
13. Anma Arkadaş
14. Seni Her Gördüğümde
15. Yine Yalnızım
16. Köprüden Geçti Gelin

1983 - İlla Ki

1. İlla Ki
2. Sarhoş Gibiyim
3. Deli Kadın
4. Öyle Bir Geçer
5. Sayın Arkadaşım Osman
6. Boşuna
7. Tek Başına
8. Gel Bana Güle Güle
9. Bekle
10. Meyhanede

1983 - Silinmeyen Hatıralar


Türkische Rockmusik - Türk Anadolu Rock

May 4, 2008

Die Geschichte der türkischen Rockmusik, besser bekannt unter Türk Rock oder Andadolu Rock, nahm ihren Beginn in den 60er Jahren. Wodurch wurde dieser Trend ausgelöst? Bestimmend war wohl der steigende Bekanntheitsgrad der Rockmusik aus den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich.

Der Versuch Rockmusik und die traditionelle türkische Volksmusik zu kombinieren gelang der Gruppe Moğollar erfolgreich und wurde mit dem Grand Prix de Disque der Academie Charles Cross ausgezeichnet. Dies war wohl der Beginn der Modernisierung der Türkei in Bezug auf die Musik. So gehörte der Versuch von Moğollar mit zu der Idee der nationalen Ideologie. Die türkische Volksmusik, auch Halk Müzigi genannt, sollte mit der europäischen Musik harmonieren. Die Pioniere der türkischen Rockmusik sind Moğollar, Barış Manço, Cem Karaca und Erkin Koray.

Mit diesem Vorhaben hielten zweierlei Dinge Einzug in die Türkei: zum einen neue Instrumente wie zum Beispiel das Klavier, zum anderen das europäische Tonsystem, welches aus 12 Tönen besteht, das türkische jedoch aus 24. Die Synthese zwischen E-Gitarre, Schlagzeug und Synthesizer mit türkischen Melodien und Instrumenten wie den nationalen Saiteninstrumenten und Rohrflöten führte zu Experimenten mit den technischen Möglichkeiten des Westens.

Waren die Texte zu Beginn noch auf englisch und französisch gehalten so kehrten die Musiker jedoch alsbald wieder in ihre Nationalsprache türkisch zurück. Mit Einsatz der Hippie-Bewegung, welche auch die Türkei erreichte pilgerten die Musiker an der Philosophie des Orients interessiert in den Osten um neue musikalische Impulse zu finden. Der türkische Psychadelic Rock feierte erstmals internationale Berühmtheit.

Bis Mitte der 70er Jahre war die Richtung Psychedelic Rock sehr populär. Ende der 70er gewann auch die Spielart Progressive Rock mehr Beliebtheit. Moğollar nahmen 1971 in Paris das legendäre Album (Anadolu Pop) auf, die mit dem Grand Prix du Disque der Academie Charles Cross ausgezeichnet wurde.

Barış Manço brachte 1976 eine Single in London heraus (Nick The Chopper), womit er seinen internationalen Durchbruch in den europäischen Charts erlangte. 4 Wochen lang hielt sich diese Platte auf Platz 1 in England, Frankreich und Belgien. Damit platzierte er sich noch vor Elton John. Zudem trat er 1990 mit Metallica zusammen bei einem Rockkonzert in Russland auf.

1984 erschien in Deutschland das Album von Cem Karaca (Die Kanaken), in dem er mit Liedern wie “Mein Deutscher Freund” oder “Es kamen Menschen an” die Situation der türkischen Gastarbeiter und Immigranten in Deutschland thematisierte.

Erkin Koray veröffentlichte in Deutschland von 1977 bis 1983 vier Alben.

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